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Bergbruderschaften


Man kannte im Mittelalter keine Trennung von Religion und weltlichem Leben. Kirche und Glauben durchdrangen die Gesellschaft bis in alle Winkel. Der gegenseitige Beistand innerhalb der Berufsgruppe, die religiöse Fürbitte, Andachten, Totengedenken und Fürsorge im Alltag verschränkten sich miteinander. Den Bergbau und die Berggemeinde sah man in Gottes Hand, ebenso das Schicksal jedes Einzelnen. Reichen Bergbau-Gewinn begriff man als göttlichen Segen, Unglück und Misserfolg zumindest auch als Bestrafung. Die Heiligen verstand man als helfende Geister und Mittler zu Gott, denen feindselige Berggeister entgegenstanden. Diesen versuchte man, durch verschiedene Arten von Abwehrzauber zu begegnen. Gleichzeitig galt es, für die Alltagspraxis gemeinsame Einrichtungen und Techniken zu ersinnen und zu erproben, die die Arbeit erleichterten. Der Zusammenschluss in der Gebets- und Solidarbruderschaft war die Antwort auf eine Lebens- und Arbeitsrealität an den Grenzen zum Fegefeuer und zur Hölle. Diese stellte man sich als wirkliche Orte im Untergrund, also in räumlicher Nähe zu den Bergwerken, vor.
Adler vom Goslarer Marktbrunnen, 13. – 14. Jahrhundert, Bronze, vergoldet, Replik.
Deutsches Bergbaumuseum Bochum

Bruderhaus der Bergleute in Schwaz/Tirol, 1554. Es diente zur Versorgung kranker, verletzter und alter Bergleute.
Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Bergbauliches Werkzeug aus der Grube Bliesenbach bei Engelskirchen, 1210-1220.
Deutsches Bergbau-Museum Bochum




Flyer zur Ausstellung PDF (1,3mb)