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In aufbrechenden Konflikten des sich entfaltenden Industriezeitalters, die in der Revolution von 1848/49 einen ersten Höhepunkt fanden, formierten sich die Arbeiterbewegung und ihre Organisationen. Die Zahl der Bergarbeiter stieg extrem an, ihre soziale Lage wurde problematisch. Wohnungselend und hygienisch problematische Verhältnisse im Grubenbetrieb und den Wohnbezirken griffen um sich, es entstanden Seuchen. Der Preußische Staat setzte bald auf das Prinzip „Sozialversicherung statt Sozialismus“: Ohne eine Verbesserung der Situation der Arbeiterschaft wäre der Staat, der nun eine Fürsorge-Rolle beanspruchte, ernstlich in Gefahr geraten. Die Bergarbeiterschaft begehrte in großen Streiks auf. Bei der Schaffung von Sozialversicherungen wurde die Knappschaft zum Modell. Zugleich wurde sie reformiert, auf neue gesetzliche Grundlagen gestellt und umgestaltet. Kulturelle Aufgaben, Traditionspflege und Geselligkeit organisierten sich im Vereinswesen neu, Sportvereine, Bergmannskapellen und Genossenschaften entstanden. Von einem anfangs strengen Dreiklassensystem wurde die Knappschaft schrittweise in eine allgemeine Bergarbeiterversicherung umgewandelt, die auch Gesundheitseinrichtungen unterhielt. Berufskrankheiten wurden erkannt, Maßnahmen der Bekämpfung und Vorsorge ergriffen. Die Mitspracherechte der Knappschaftsmitglieder aber blieben bescheiden, die Obrigkeit gab den Ton an.
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| Das neue Verwaltungsgebäude des Allgemeinen Knappschaftsvereins zu Bochum um das Jahr 1910/11
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| Der Große Operationssaal im Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen um 1910
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