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…da war nichts als Feuer um mich herum und ein Stück Gestein traf mir das lincke Bein, so dass es zweymahl gebrochen … auch meine Augen so beschädigt waren, das ich kein Licht mehr sehen konnte …Meine Bergbrüder … kamen mir zu Hülffe …einer…brachte mich auf die Strecke…Meine anderen Bergbrüder…warteten meiner, hielten mich umarmt von beyden Seiten…

Dies berichtet der Bergmann Ernst Christian Wiegand aus St. Andreasberg im Harz über einen schweren Unfall, den er beim Sprengen mit Schwarzpulver 1795 erlitt. Es dauerte sechs Monate, bis er in der Erzaufbereitung wieder eine leichte Arbeit aufnehmen konnte.

Dass der Unfall die Familie nicht ins Elend stürzte, war Wiegands „Bergbrüdern“ und ihrer Solidarorganisation, der Knappschaft, zu verdanken. Sie zahlte ihm „Gnadenlohn“ während der Heilungsphase. Die Lasten aus dem Bergmannsberuf und seinen Risiken wurden auf alle Schultern verteilt, nur so konnte man sie stemmen.

Am 28. Dezember 1260 wurde in Goslar eine Urkunde ausgestellt, die erstmals eine der Knappschaft ähnliche Organisation erwähnt. Seither ist diese Tradition nicht abgerissen. Es sind Hunderttausende Bergleute gewesen, denen ihre Knappschaft Unterstützung gewährte, stets im Spagat zwischen ihren Mitgliedern und den immer auch politisch mächtigen Herren des Bergbaus – Breitschultrigkeit war nie problemlos.

Im Industriezeitalter entwickelte sich die Knappschaft zu einer modernen Renten- sowie Krankenversicherung mit eigenen medizinischen Einrichtungen; von 2000 an wurde die Knappschaft nach und nach auch für Versicherte außerhalb des Bergbaus geöffnet und ist heute als Krankenversicherung für jeden wählbar. Ihre Geschichte ist zugleich ein gewichtiges Stück Geschichte der staatlichen Sozialversicherung in Deutschland.



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Flyer zur Ausstellung PDF (1,3mb)